Die Werkstatt und der Säckler

Pöllinger Leder & Tracht - Unsere Säcklerei

Was wird in unserer Werkstatt gemacht?

 

In unserer Werkstatt stellen wir nicht nur Lederhosen nach alter Säcklertradition her, sondern machen auch noch alles andere, was bei einer Lederhose im Laufe ihres langen Lebens, anfallen kann. So ist es kein Problem einen Knopf oder eine Gürtelschlaufe schnell wieder anzunähen. Auch wenn mal eine Naht aufgegangen ist, wird sie hier von unserer Säcklerin wieder fachmännisch vernäht. Wir machen ihre geliebte Lederhose enger oder weiter, falls die Bundweite der Hose nicht mehr zu der ihren passen sollte. Dabei ist es egal ob es sich bei der Lederhose um eine Maßgefertigte oder eine Hose von der Stange handelt.

Lederhosenwerkstatt

Der Säckler

Die Berufbezeichnung Säckler kommt von Wort Sack. Der Begriff kann erstmals im 8. Jahrhundert nachgewiesen werden. Säckler fertigten damals lederne Säcke. Im Laufe der Zeit erfuhr der Säckler einen Bedeutungswandel.

Ab der frühen Neuzeit stand die Fertigung von lederner Beinkleidung, aber auch Oberbekleidung, Taschen oder Handschuhe im Vordergrund. Heute wird der Begriff fast ausschließlich für die Herstellung von Lederhosen benutzt. Säckler ist in Bayern und Österreich ein Ausbildungsberuf. Dass dieser in Bayern nicht ausgestorben ist, ist auch der Familie Pöllinger zu verdanken. Wiederbelebt wurde er, als Frau Irmgard Pöllinger 1976 darauf bestand, diese Ausbildungsrichtung einzuschlagen. Daraufhin ließ sie sich von ihrem Schwiegervater ausbilden. Seitdem kann man in Bayern wieder das Säcklerhandwerk erlernen.

Die handgefertige Lederhose

 

Eine richtige Lederhose wird nach Maß gefertigt. Für das Maßnehmen und den Zuschnitt des Leders ist Franz Pöllinger zuständig. Mehrere ausgebildete Säcklerinnen übernehmen dann die Handstickereien und Näharbeiten. Für eine schlichte Hose wird mindestens ein Arbeitstag benötigt. An einer reich bestickten Hose wird eine Woche gearbeitet.

Vorlagen für die Stickereien sind häufig alte überlieferte Muster, die teilweise von ebenso alten Lederhosen abgenommen werden. Rund achzig Prozent der von Hand gefertigten Hosen sind aus Hirschleder. Aber auch Ziegenleder kommt zum Einsatz. Für eine traditionelle bayerische Lederhose wird sämisch gegebrtes Leder verwendet.

Die sämische Gerbung ist ein sehr altes, aufwendiges und natürliches Gerbverfahren. Es wird nur noch von sehr wenigen Gerbereien in Bayern und Österreich angewandt.